Die meisten Menschen, die hier in Untersuchungshaft kommen, sind zum ersten Mal in Haft. Das Gefühl weggesperrt zu sein, der Kontrollverlust - das erzeugt ein hohes Maß an Verunsicherung: Wie geht es weiter? Durch das Seelsorgegeheimnis können sie mir sagen, was sie gerade fühlen. Sie können weinen, sie können traurig sein, ihre Emotionen rauslassen. Die Erfahrung, die ich hier in der JVA machen durfte, ist, dass ein Mensch mehr ist als die Summe seiner Taten. Er ist auch Familienvater, er ist Ehepartner, er ist Lebensgefährte, auch wenn seine Taten verwerflich sind.
Markus Jaehnert, Gefängnisseelsorger
Justizvollzugsanstalt München
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